Banges Warten auf die Feuerwehr

 

Die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Murgenthal wird regelmässig trainiert. Die diesjährige Alarmübung fand letzten Dienstag Abend (5. Juni) in der Villa Sandhubel in Murgenthal statt. Die Übungsanlage war ein Küchenbrand im Wohnhaus für Lernende der Stiftung Villa Erica.

 

Überprüfung

Die Sicherheitsverantwortlichen der Stiftung Villa Erica kontaktierten Anfangs Jahr die Feuerwehr Murgenthal, um die Möglichkeit für eine gemeinsame Übung abzuklären. „Der Kommandant war sofort interessiert, bei uns eine Alarmübung durchzuführen“, sagt Patrick Leisibach, Koordinationsperson Sicherheit der Stiftung Villa Erica. Gemäss Marco Witschi, dem Kommandanten der Feuerwehr Murgenthal, sei die örtliche Feuerwehr verpflichtet, jedes Jahr mindestens eine Alarmübung durchzuführen. In Zusammenarbeit mit dem Offizier und Übungsleiter Ueli Maurer wurde die Einsatzübung in den letzten Wochen minutiös geplant und am Dienstagabend durchgeführt.

 

Eine Alarmübung die alle forderte

Der vermeintliche Brand in der Villa Sandhubel holte nicht nur die Feuerwehrleute vom Heimweg oder von zu Hause in den Einsatz, sondern auch den Gemeinderat von Murgenthal. Für die Alarmübung hat die Übungsleitung in der Küche mit einer Rauchmaschine alles eingenebelt und so über die dort installierte Brandmeldeanlage den Alarm wie in einem Ernstfall ausgelöst. Das alles eine Alarmübung war, merkten sie erst auf dem Platz selbst. Die ersten Feuerwehrleute waren innert wenigen Minuten vor Ort. Allerdings musste der Bereichssicherheitsbeauftragte der Villa Sandhubel, Ivan Schneider, nach der Evakuierung auf dem Sammelplatz fünf vermisste Personen vermelden.

 

Obwohl es sich um eine Übung handelte, waren die Bewohnerinnen und Bewohner der Villa Sandhubel sehr erleichtert, als endlich die Feuerwehrsirene in der Ferne zu hören war. Die Hilfe kam endlich näher. Das bange Warten hatte bald ein Ende. Nach und nach kamen immer mehr Einsatzkräfte und erfüllten ihre wichtigen Rettungs- und Löscharbeiten. Die Feuerwehrleute hatten zunächst alle Hände voll zu tun, um in die verrauchten Räume einzudringen. Denn die fünf noch vermissten Personen mussten rasch gefunden werden. Drei Personen konnten sich über die Fenster bemerkbar machen. Sie wurden über die Leiter gerettet. Zwei weitere Personen konnten erst durch den Atemschutz geborgen werden. Sie wurden dann in ein sogenanntes Verwundetennest gebracht, wo sie medizinisch versorgt wurden.

 

Nach Übungsende konnten die gemachten Erfahrungen gleich kritisch ausgewertet werden. Es ist schon einige Jahre her, seit die Villa Sandhubel letztmals von der Feuerwehr „beübt“ wurde. „Für unsere Sicherheitsorganisation ist es aufschlussreich zu erfahren, was im Ernstfall wie ablaufen könnte“, meint Patrick Leisibach. Auch den beteiligten Jugendlichen hat die Feuerwehrübung mächtig Eindruck gemacht. So meinten Einzelne, es sei ihnen nun klarer, warum ein Rauchverbot im Haus für ihre eigene Sicherheit wichtig sei. Markus Schürmann, Sicherheitsbeauftragter der Stiftung Villa Erica, führte im Anschluss mit allen Offizieren eine Objektbesichtigung durch. So konnte er auf Besonderheiten des Hauses hinweisen.

 

Dank

Ursula Disler, Geschäftsleiterin der Stiftung Villa Erica, bedankte sich zuletzt herzlich für den grossen Einsatz bei der Gemeindebehörde und der Feuerwehr Murgenthal. Symbolisch wurde der Feuerwehr eine Kiste „Villa Brandlöscher“ überreicht.